MITGLIEDER BEITRAG

Noah (13) – Mein Treffen mit Richard David Precht

Vor einigen Wochen durfte ich eine Veranstaltung mit dem Philosophen Richard David Precht erleben. Mein Vater hatte den Abend organisiert, und dadurch hatte ich das Glück, ganz nah dabei zu sein.

Schon Tage vorher freute ich mich auf den Abend. Ich hatte sein Buch „Warum gibt es alles und nicht nichts?" gelesen und war gespannt darauf, ihn live zu erleben. Ich wusste auch schon vorher, dass ich am Anfang kurz auf die Bühne kommen würde. Ich war aufgeregt, aber auch neugierig.

Wir fuhren mit dem Auto zur Veranstaltung. Schon während der Fahrt merkte ich, wie die Vorfreude immer größer wurde. Etwa zehn Minuten nach Beginn wurde ich auf die Bühne geholt. Vor mir saßen mehr als 300 Erwachsene, und mein Herz schlug richtig schnell. Auf der Bühne stellte mir der Moderator Winfried, ein Freund meines Vaters, eine Frage: „Wieso wolltest du heute unbedingt dabei sein?" Ich war nervös, aber ich antwortete ihm so gut ich konnte. Heute weiß ich gar nicht mehr genau, was ich gesagt habe – es ging alles so schnell. Außerdem bekam ich direkt auf der Bühne eine Unterschrift in mein Buch von Richard David Precht. Das war ein besonderer Moment.

Danach setzte ich mich wieder hin und hörte zu. Richard David Precht sprach über Themen, die mich zum Nachdenken brachten. Während der Fragerunde traute ich mich nochmals nach dem Bühnenauftritt, das Mikrofon zu nehmen und fragte:

Herr Precht, ich bin 13 Jahre alt und gehe in die Mittelschule in Kitzbühel. Ich frage mich jeden Tag in der Schule, wozu ich das überhaupt noch lerne. Die KI schreibt bessere Aufsätze als ich und löst mathematische Aufgaben. Welche Fähigkeiten und Berufe würden Sie mir heute empfehlen, die in 15 Jahren noch einen Wert haben und die die KI nicht einfach besser kann als ich?

Ich war überrascht, wie ausführlich er auf meine Frage einging - er hat circa 3 Minuten geredet. Er hat mich direkt angesehen und nahm mich richtig ernst, obwohl ich erst 13 bin. Das hat mir viel bedeutet. Das wichtigste das bei mir hängengeblieben ist war folgendes:

Noah, trotz Schule, bleibe immer neugierig, folge deiner Leidenschaft, du wirst finden wofür du brennst und ich mache mir keine Sorgen über deine Zukunft.

Nach der Veranstaltung war ich einfach nur happy. Viele Leute sprachen mich noch an und sagten, sie fanden meine Frage stark. Sogar Richard David Precht selbst kam noch einmal auf mich zu. Er hat mich nochmals gefragt, ob ich seine Antwort auf meine Frage verstanden hätte. Dieses Entgegenkommen von einem angesehenen Erwachsenen hat mich beeindruckt.

Dieser Abend war für mich unvergesslich. Ich habe gelernt, dass man sich trauen sollte, Fragen zu stellen, auch als Jugendlicher. Wenn man gut vorbereitet ist und ehrlich fragt, wird man ernst genommen.

Das werde ich so schnell nicht vergessen.

Fotocredit: Kitzbühler Anzeiger; Videocredit: Kitz-TV